Was Claude Code nicht ist
Claude Code ersetzt keinen Softwareentwickler, wenn es um Anwendungen geht, die Kunden nutzen, Geld bewegen oder rechtlich relevant sind. Es schreibt Code, der funktioniert, aber es garantiert nicht, dass dieser Code sicher, wartbar oder korrekt ist. Für solche Systeme braucht es Menschen, die den Code lesen und verantworten können.
Es ist auch kein Werkzeug für alle Mitarbeiter. Wer nie mit einem Terminal oder mit Dateien gearbeitet hat, tut sich schwer. Claude Code passt zu Mitarbeitern, die technisch neugierig sind: Controller, die Excel ausreizen, Marketingmitarbeiter, die HTML lesen können, Sachbearbeiter, die schon Makros geschrieben haben. Für alle anderen ist die Claude-App oder Claude Cowork der bessere Einstieg, etwa über eine Claude Schulung.
Risiken beim Einsatz von Claude Code
Rechte
Claude Code kann Dateien löschen und Befehle ausführen. Es fragt in der Standardeinstellung vor kritischen Aktionen nach, aber ein unbedachtes "Ja" reicht. Deshalb arbeitet es nur in abgegrenzten Ordnern und nie mit Zugriff auf Produktivsysteme oder Kundendatenbanken.
Review
Was Claude Code baut, muss geprüft werden, bevor es im Alltag eingesetzt wird. Bei einem Skript zur Datenaufbereitung reicht es, das Ergebnis stichprobenartig zu kontrollieren. Bei einem Tool, das andere nutzen, sollte jemand den Code lesen. Git macht jede Änderung nachvollziehbar, das ist der Grund, warum wir es von Anfang an einsetzen.
Kosten
Claude Code verbraucht deutlich mehr Token als ein Chat, weil es Dateien liest, mehrere Anläufe nimmt und lange Kontexte hält. Die Nutzungsgrenzen der Pläne oder die API-Abrechnung sollten im Blick bleiben. Unbeaufsichtigte Dauerläufe sind teuer.
Sicherheit
Zugangsdaten, Passwörter und API-Schlüssel dürfen nicht in Dateien liegen, die Claude Code lesen kann. Wenn Claude Code Inhalte aus dem Internet oder aus fremden Dateien verarbeitet, können darin Anweisungen versteckt sein. Beides lässt sich mit einfachen Regeln beherrschen, wenn man sie kennt.
Abhängigkeit
Wer Tools mit Claude Code baut, braucht jemanden, der sie später pflegen kann. Das kann wieder Claude Code sein, aber die Dokumentation muss existieren. Ein Tool, das nur einer versteht, wird zum Risiko, wenn diese Person das Unternehmen verlässt.
Governance-Regeln für Claude Code im Unternehmen
Wir empfehlen jedem Unternehmen, vor dem Einsatz einige Regeln schriftlich festzuhalten. Dazu gehören: Wer darf Claude Code nutzen, und mit welchem Plan? In welchen Ordnern oder Repositories darf es arbeiten? Welche Daten dürfen in diesen Ordnern liegen, und welche nicht? Wer prüft Ergebnisse, bevor sie eingesetzt werden? Wie werden Tools dokumentiert und wo werden sie abgelegt? Wer beobachtet die Kosten?
Diese Regeln sind Teil einer KI-Governance, die auch andere Werkzeuge abdeckt. Wenn personenbezogene Daten verarbeitet werden, gehört die Frage nach Plan, Auftragsverarbeitungsvertrag und Datenminimierung dazu. Das ist grundsätzlich lösbar, abhängig von der Konstellation, und sollte mit dem Datenschutzbeauftragten abgestimmt werden. Eine Einordnung liefert der Lexikoneintrag DSGVO und KI.