Rollen bei der Einführung von Claude
Die Einführung von Claude im Unternehmen scheitert selten an der Technik. Sie scheitert daran, dass niemand zuständig ist. Zwei Rollen haben sich bewährt.
Ein Verantwortlicher aus der Geschäftsführung oder Bereichsleitung
Diese Person entscheidet über Plan, Budget und Richtlinie, hält den Kontakt zum Datenschutzbeauftragten und gegebenenfalls zum Betriebsrat und sorgt dafür, dass die Einführung nicht zwischen Tagesgeschäft und Urlaubszeiten verschwindet. Sie muss Claude nicht perfekt beherrschen, aber sie muss es selbst nutzen.
Multiplikatoren in den Fachbereichen
In jedem Bereich gibt es Menschen, die neue Werkzeuge gerne ausprobieren. Diese Kolleginnen und Kollegen werden zuerst geschult, bauen die ersten Prompts und Projects für ihren Bereich und sind Ansprechpartner für Fragen. Wie die Befähigung praktisch abläuft, beschreibt die Seite Claude Schulung. Bei der Auswahl und Vorbereitung dieser Multiplikatoren unterstützen wir Sie im Rahmen der Claude Beratung.
Datenschutz und Governance beim Einsatz von Claude
Beim Datenschutz bleibt Ihr Unternehmen Verantwortlicher im Sinne der DSGVO. Anthropic ist Auftragsverarbeiter und stellt für Geschäftskunden einen Auftragsverarbeitungsvertrag bereit. Die Themen, die Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten klären sollten, sind überschaubar: Rechtsgrundlage, AV-Vertrag, Drittlandtransfer in die USA (EU-US Data Privacy Framework oder Standardvertragsklauseln), Datenminimierung bei den Eingaben, Schulung der Mitarbeitenden und eine interne Richtlinie. Bei einem Betriebsrat kommt die Mitbestimmung hinzu. Eine ausführliche Einordnung finden Sie unter DSGVO und KI und im Beitrag Claude, Datenschutz und DSGVO.
Governance heißt im Mittelstand nicht, ein Regelwerk mit fünfzig Seiten zu schreiben. Es heißt: Welche Daten dürfen in Claude, welche nicht? Wer prüft Ergebnisse, bevor sie an Kunden gehen? Wie werden Fehler gemeldet? Wer pflegt die Prompts? Dazu kommt die Pflicht zur KI-Kompetenz nach Art. 4 des EU AI Act, die seit Februar 2025 gilt und mit einer dokumentierten Schulung erfüllt werden kann. Für die meisten Anwendungsfälle von Claude in KMU sind Hochrisiko-Pflichten nicht relevant, den aktuellen Stand sollten Sie dennoch prüfen. Wir geben keine Rechtsberatung, aber wir sorgen dafür, dass Ihre Richtlinie praktikabel ist und die richtigen Fragen beantwortet.
Claude an das Unternehmenswissen anbinden
Der größte Sprung in der Qualität entsteht, wenn Claude Ihr Unternehmen kennt: Ihre Produkte, Ihre Tonalität, Ihre Vorlagen, Ihre Regeln. Dafür gibt es drei Stufen, die aufeinander aufbauen.
Stufe 1: Claude Projects
Claude Projects sind Arbeitsbereiche mit festen Anweisungen und hinterlegten Dokumenten. Ein Project für Angebote enthält Ihre Preisliste, Ihre Textbausteine und die Regel, wie ein Angebot aufgebaut ist. Jeder im Team nutzt dasselbe Project und bekommt konsistente Ergebnisse. Das ist ohne IT-Aufwand am ersten Tag möglich. Details im Beitrag Claude Projects im Unternehmen sinnvoll nutzen.
Stufe 2: Konnektoren und MCP
Über Konnektoren auf Basis des Model Context Protocol greift Claude auf Tools wie Google Drive, Microsoft 365, Slack oder Datenbanken zu, sofern Sie das freigeben. Claude sucht dann selbst die relevanten Dokumente, statt dass Mitarbeitende sie hochladen. Hier lohnt ein genauer Blick auf Berechtigungen: Claude sieht, was der angemeldete Nutzer sehen darf, nicht mehr.
Stufe 3: RAG über die API
Für große Wissensbestände, etwa ein Produkthandbuch mit tausenden Seiten oder ein Ticketsystem, kommt Retrieval Augmented Generation in Frage. Dabei werden relevante Textstellen aus einer eigenen Datenbank gesucht und Claude bei jeder Anfrage mitgegeben. Das ist ein kleines Entwicklungsprojekt, das wir mit Claude und n8n oder über die API umsetzen, wenn der Nutzen den Aufwand rechtfertigt.
Kosten der Einführung realistisch einordnen
Die Kosten bestehen aus zwei Blöcken. Der erste sind die Lizenzen bei Anthropic, die je nach Plan pro Nutzer und Monat oder bei der API pro verarbeitetem Token abgerechnet werden. Konkrete Preise nennen wir hier bewusst nicht, weil sie sich ändern; die aktuellen Konditionen finden Sie bei Anthropic. Für ein Team von 20 Personen ist der Lizenzbetrag im Vergleich zu den Personalkosten dieser 20 Personen erfahrungsgemäß gering.
Der zweite Block ist die Einführung selbst: Auswahl der Anwendungsfälle, Schulung, Prompts, Projects, Richtlinie und Begleitung in den ersten Wochen. Das ist der Teil, der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, und der Teil, den wir übernehmen. Unsere Pakete sind so aufgebaut, dass Sie mit einem festen Betrag kalkulieren können. Für die Einführung im Unternehmen sind meist Claude Professional (10 Stunden, Pilot und Schulung) oder Claude Transformation (20 Stunden, systematische Einführung über mehrere Bereiche) passend. Den kompletten Weg von der ersten Entscheidung bis zum Regelbetrieb beschreibt der Beitrag Claude im Unternehmen einsetzen: Der komplette Einstieg.