KI- und Claude-Lexikon

ChatGPT

ChatGPT ist ein KI-Assistent des US-Unternehmens OpenAI, der auf großen Sprachmodellen der GPT-Familie basiert und über eine Chat-Oberfläche Texte erstellt, Fragen beantwortet, Dokumente analysiert und Code schreibt. Seit der Veröffentlichung im November 2022 gilt ChatGPT als das Produkt, das generative KI einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht hat.

Auch bekannt als: Chat GPT, OpenAI ChatGPT, GPT

Von Benjamin Barnack · Aktualisiert am

Was ist ChatGPT?

ChatGPT ist ein KI-Assistent des US-Unternehmens OpenAI, der auf großen Sprachmodellen der GPT-Familie basiert und über eine Chat-Oberfläche Texte erstellt, Fragen beantwortet, Dokumente analysiert und Code schreibt. Seit der Veröffentlichung im November 2022 gilt ChatGPT als das Produkt, das generative KI einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht hat.

Die Abkürzung GPT steht für Generative Pre-trained Transformer und bezeichnet die Modellarchitektur, die OpenAI seit 2018 entwickelt. ChatGPT ist die Anwendung, die diese Modelle über eine Dialogoberfläche zugänglich macht. Für viele Menschen war es die erste Begegnung mit einem Large Language Model, und der Produktname wird bis heute oft stellvertretend für die gesamte Technologie verwendet.

OpenAI wurde 2015 gegründet, zunächst als gemeinnützige Forschungsorganisation. Später kam eine gewinnorientierte Tochtergesellschaft hinzu, und Microsoft wurde zum wichtigsten Partner und Investor. Die Modelle von OpenAI sind deshalb auch in Microsoft-Produkten wie Copilot enthalten, was für Unternehmen mit Microsoft-365-Umgebung relevant ist.

Funktionen und Pläne

ChatGPT bietet nach aktuellem Stand die Funktionen, die für KI-Assistenten inzwischen üblich sind: Textgenerierung und Überarbeitung, Analyse hochgeladener Dokumente, Websuche mit Quellenangaben, Erstellung und Ausführung von Code, Bildanalyse und Bildgenerierung, Sprachein- und ausgabe sowie Projekte zur Bündelung von Gesprächen und Dateien. Über eigene GPTs lassen sich angepasste Assistenten mit festen Anweisungen erstellen. Für Entwickler stellt OpenAI eine API bereit.

Die Pläne gliedern sich in eine kostenlose Version mit Einschränkungen, kostenpflichtige Pläne für Einzelpersonen mit höheren Limits und Zugriff auf leistungsfähigere Modelle sowie Team- und Enterprise-Pläne für Unternehmen. Die Unternehmenspläne bieten zentrale Verwaltung, erweiterte Sicherheitsfunktionen und die Zusicherung, dass Inhalte nicht zum Training verwendet werden. Modellnamen, Limits und Preise ändern sich häufig, sodass hier bewusst keine konkreten Angaben gemacht werden.

ChatGPT im Vergleich zu Claude

Claude von Anthropic ist der direkteste Wettbewerber. Beide Assistenten decken dieselben Grundaufgaben ab und liegen in der Leistung nach den meisten Einschätzungen nah beieinander, mit Stärken in unterschiedlichen Bereichen, die sich mit jeder Modellgeneration verschieben. Unterschiede gibt es im Funktionsumfang: ChatGPT bietet beispielsweise eine eigene Bildgenerierung, Claude setzt Schwerpunkte bei langen Dokumenten, agentischer Arbeit mit Claude Code und der Anbindung an Unternehmenswerkzeuge über MCP.

Für die Entscheidung im Unternehmen sind meist weniger die Modelle als die Rahmenbedingungen ausschlaggebend: Datenschutzoptionen, Verwaltung, vorhandene Systemlandschaft und die Aufgaben, die tatsächlich anstehen. Eine differenzierte Gegenüberstellung finden Sie im Eintrag Claude vs. ChatGPT und im Artikel Claude oder ChatGPT: Was eignet sich besser für Unternehmen?.

Praxisbeispiel aus dem Unternehmensalltag

Eine Werbeagentur mit zwölf Mitarbeitenden nutzt seit 2023 ChatGPT, zunächst über private Konten einzelner Mitarbeitender. Die Geschäftsführung stellt fest, dass Kundendaten in Gespräche gelangen, für die keine vertragliche Grundlage besteht, und dass jeder anders arbeitet. Sie entscheidet sich für einen Team-Plan mit zentraler Verwaltung, schließt den Auftragsverarbeitungsvertrag ab und erstellt eine interne Richtlinie, welche Daten eingegeben werden dürfen.

Gleichzeitig testet die Agentur Claude für die Arbeit mit langen Briefings und Konzepten. Nach einigen Wochen nutzt das Team beide Werkzeuge nebeneinander: ChatGPT für Bildideen und schnelle Recherchen, Claude für Texte, die eine feste Tonalität und lange Kontexte brauchen. Diese Zweigleisigkeit ist in Agenturen nicht ungewöhnlich und kein Zeichen von Unentschlossenheit, sondern Ergebnis eines Vergleichs an echten Aufgaben.

Bedeutung für kleine und mittelständische Unternehmen

Für viele KMU ist ChatGPT der Ausgangspunkt, weil Mitarbeitende es bereits privat kennen. Diese Bekanntheit ist ein Vorteil beim Einstieg und gleichzeitig ein Risiko, wenn die Nutzung ohne Regeln über private Konten läuft. Die erste Aufgabe für Unternehmen ist deshalb weniger die Werkzeugauswahl als die Ordnung: Wer nutzt was, mit welchen Daten, auf welcher vertraglichen Grundlage.

Ob ChatGPT, Claude oder ein anderer Assistent die bessere Wahl ist, hängt vom Einzelfall ab. Auf dieser Website geht es um Claude, weil es das Werkzeug ist, mit dem wir täglich arbeiten. Die Seite Claude vs. ChatGPT stellt beide Systeme aus Unternehmenssicht gegenüber, und in der Claude Beratung prüfen wir offen, ob Claude für Ihre Aufgaben die richtige Wahl ist.

Vorteile und Grenzen

ChatGPT ist ausgereift, breit bekannt und durch die Microsoft-Partnerschaft tief in viele Unternehmensumgebungen integrierbar. Der Funktionsumfang ist groß, die Dokumentation umfangreich, und die Zahl der Anleitungen und Vorlagen im Netz ist größer als bei jedem anderen Werkzeug.

Die Grenzen entsprechen denen aller Sprachmodelle: Antworten können falsch oder erfunden sein, und die Qualität hängt stark vom Prompt ab. Hinzu kommen die für US-Anbieter üblichen Datenschutzfragen, die sich über Unternehmenspläne und Verträge grundsätzlich lösen lassen, aber geprüft werden müssen. Und die häufigen Änderungen an Modellen und Funktionen verlangen, dass sich jemand im Unternehmen regelmäßig damit befasst.

Häufige Fragen zu ChatGPT

Wer steht hinter ChatGPT?
ChatGPT wird von OpenAI entwickelt, einem US-Unternehmen mit Sitz in San Francisco. OpenAI wurde 2015 gegründet, zunächst als gemeinnützige Forschungsorganisation, und hat Microsoft als wichtigen Partner und Investor. Die zugrunde liegenden Modelle gehören zur GPT-Familie.
Ist ChatGPT kostenlos?
Es gibt eine kostenlose Version mit eingeschränktem Funktionsumfang und Nutzungslimits. Daneben bietet OpenAI kostenpflichtige Pläne für Einzelpersonen sowie Team- und Enterprise-Pläne für Unternehmen. Die Preise und Modellzuordnungen ändern sich regelmäßig, prüfen Sie den aktuellen Stand bei OpenAI.
Darf ich ChatGPT im Unternehmen nutzen?
Grundsätzlich ja, abhängig von Plan, Einstellungen und den verarbeiteten Daten. Bei den Consumer-Plänen sollten Sie die Einstellungen zur Datennutzung prüfen, die Unternehmenspläne sehen standardmäßig keine Nutzung zum Training vor und bieten einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Eine Prüfung durch den Datenschutzbeauftragten ist empfehlenswert, dieser Text ist keine Rechtsberatung.
Was unterscheidet ChatGPT von Claude?
Beide sind KI-Assistenten auf Basis großer Sprachmodelle mit ähnlichem Funktionsumfang. Unterschiede liegen im Anbieter, in der Modellfamilie, in einzelnen Funktionen wie Bildgenerierung oder Projekten und in der Ausrichtung. Einen ausführlichen Vergleich finden Sie im Eintrag Claude vs. ChatGPT.