KI- und Claude-Lexikon

Perplexity

Perplexity ist eine KI-gestützte Antwortmaschine, die für jede Frage eine Websuche durchführt, die gefundenen Quellen mit einem Sprachmodell auswertet und eine zusammengefasste Antwort mit Quellenangaben liefert. Sie unterscheidet sich von klassischen Suchmaschinen durch die direkte Antwort und von reinen KI-Assistenten durch den Schwerpunkt auf aktueller, belegter Recherche.

Auch bekannt als: Perplexity AI, Perplexity.ai, KI-Suchmaschine

Von Benjamin Barnack · Aktualisiert am

Was ist Perplexity?

Perplexity ist eine KI-gestützte Antwortmaschine, die für jede Frage eine Websuche durchführt, die gefundenen Quellen mit einem Sprachmodell auswertet und eine zusammengefasste Antwort mit Quellenangaben liefert. Sie unterscheidet sich von klassischen Suchmaschinen durch die direkte Antwort und von reinen KI-Assistenten durch den Schwerpunkt auf aktueller, belegter Recherche.

Das Unternehmen Perplexity AI wurde 2022 in San Francisco gegründet. Anders als Anthropic, OpenAI oder Google entwickelt Perplexity nicht in erster Linie eigene Basismodelle, sondern eine Anwendung, die Modelle verschiedener Anbieter mit einer eigenen Suchinfrastruktur kombiniert. Das Produkt wird deshalb oft als Antwortmaschine bezeichnet, um es von Suchmaschinen wie Google und Assistenten wie Claude abzugrenzen.

Wer eine Frage eingibt, erhält keine Liste von Links, sondern einen zusammenhängenden Text mit nummerierten Quellenverweisen. Die Quellen sind anklickbar, sodass sich jede Aussage nachprüfen lässt. Für Recherchen, bei denen Aktualität und Belegbarkeit zählen, ist das ein anderer Ansatz als bei Assistenten, die zunächst aus ihrem Training antworten.

So funktioniert eine Antwortmaschine

Technisch arbeitet Perplexity nach einem Prinzip, das der Retrieval Augmented Generation ähnelt, nur mit dem Web als Wissensquelle. Die Frage wird zunächst in Suchanfragen übersetzt. Die Suchinfrastruktur holt passende Seiten, extrahiert die relevanten Passagen und übergibt sie zusammen mit der Frage an ein Sprachmodell. Das Modell formuliert daraus die Antwort und verweist auf die Quellen, aus denen die einzelnen Aussagen stammen.

Dieses Vorgehen reduziert das Risiko einer Halluzination, weil das Modell nicht aus dem Gedächtnis antwortet, sondern aus vorliegenden Texten. Es beseitigt das Risiko aber nicht. Das Modell kann Quellen falsch verstehen, unwichtige Quellen bevorzugen oder Aussagen aus unterschiedlichen Quellen unzulässig verbinden. Die Quellenangabe ist eine Einladung zur Prüfung, kein Beweis.

Perplexity bietet nach aktuellem Stand neben der einfachen Suche auch tiefergehende Rechercheformate, die mehrere Suchdurchläufe kombinieren und längere Berichte erstellen, sowie die Möglichkeit, Suchen auf bestimmte Quellentypen wie wissenschaftliche Veröffentlichungen einzugrenzen. Es gibt eine kostenlose Version und kostenpflichtige Pläne mit Zugang zu leistungsfähigeren Modellen, außerdem Angebote für Unternehmen. Die Details ändern sich häufig.

Perplexity im Vergleich zu Claude und ChatGPT

Claude und ChatGPT bieten inzwischen ebenfalls Websuche mit Quellenangaben. Der Unterschied liegt im Schwerpunkt. Bei Perplexity ist die Suche der Kern, alles andere ist Beiwerk. Bei Claude und ChatGPT ist die Suche eine Funktion unter vielen, neben Projekten, Dokumentenanalyse, Artifacts, Code und Anbindung an Unternehmenssysteme.

Für Unternehmen bedeutet das: Perplexity ist ein gutes Werkzeug für Marktrecherchen, Wettbewerbsbeobachtung, Faktenprüfung und das schnelle Einarbeiten in ein Thema. Für die Arbeit mit eigenem Unternehmenswissen, für Texte in fester Tonalität, für Automatisierung und für längere Dokumente ist ein Assistent wie Claude die passendere Wahl. Beides schließt sich nicht aus, viele Teams nutzen Perplexity für die Recherche und Claude für die Verarbeitung.

Praxisbeispiel aus dem Unternehmensalltag

Ein Maschinenbauunternehmen mit 90 Mitarbeitenden möchte in einen neuen Auslandsmarkt expandieren. Die Assistenz der Geschäftsführung soll einen ersten Überblick über Wettbewerber, Zulassungsvorschriften und Branchenverbände zusammenstellen. Früher hätte das einen Tag Suchmaschinenrecherche mit dutzenden geöffneten Tabs bedeutet.

Mit Perplexity stellt sie gezielte Fragen und erhält jeweils eine Zusammenfassung mit Quellen. Sie prüft die wichtigsten Quellen selbst, insbesondere die zu Zulassungsvorschriften, und sammelt die belastbaren Aussagen mit Quellenlinks in einem Dokument. Dieses Dokument gibt sie anschließend in ein Claude-Projekt, in dem die Vorlagen des Unternehmens für Entscheidungsvorlagen hinterlegt sind, und lässt daraus eine strukturierte Vorlage für die Geschäftsführung erstellen. Der Rechercheaufwand ist deutlich gesunken, und die Vorlage enthält für jede Aussage eine prüfbare Quelle.

Bedeutung für kleine und mittelständische Unternehmen

Für KMU ist Perplexity ein niedrigschwelliges Werkzeug für alle, die regelmäßig recherchieren: Geschäftsführung, Vertrieb, Einkauf, Marketing. Die Bedienung ist selbsterklärend, die Quellenangaben erleichtern die Weiterverwendung, und der Einstieg braucht keine Schulung.

Die Grenze ist erreicht, wenn Unternehmensdaten ins Spiel kommen. Perplexity ist für das Web gemacht, nicht für die eigene Ablage. Sobald es um interne Dokumente, Kundendaten oder Prozesse geht, führt der Weg zu Werkzeugen mit Projekten, Konnektoren und Auftragsverarbeitung. Welche Werkzeuge in welcher Kombination für Ihr Unternehmen sinnvoll sind, klären wir in der Claude Beratung. Der Umgang mit Recherchewerkzeugen und die kritische Prüfung von KI-Antworten sind zudem Bestandteil unserer Claude Schulung.

Vorteile und Grenzen

Perplexity ist schnell, aktuell und durch die Quellenangaben nachvollziehbar. Für die erste Einarbeitung in ein Thema spart es erfahrungsgemäß viel Zeit gegenüber der klassischen Suche.

Die Grenzen liegen in der Qualität der Quellen und in der Zusammenfassung. Das Web enthält Falsches, und das Modell kann Richtiges falsch wiedergeben. Bei rechtlichen, medizinischen oder finanziellen Fragen ist eine eigene Prüfung der Quellen unverzichtbar. Zudem gelten beim Eingeben von Informationen dieselben Datenschutzregeln wie bei jedem Cloud-Dienst: Was in der Anfrage steht, verlässt das Unternehmen. Prüfen Sie Plan und Datennutzungseinstellungen, bevor Mitarbeitende mit sensiblen Inhalten arbeiten.

Häufige Fragen zu Perplexity

Ist Perplexity eine Suchmaschine oder ein KI-Assistent?
Beides in Teilen, mit dem Schwerpunkt auf Recherche. Perplexity durchsucht das Web wie eine Suchmaschine, liefert aber eine formulierte Antwort mit Quellen wie ein KI-Assistent. Für Aufgaben wie Textentwürfe, Dokumentenanalyse oder Prozessautomatisierung sind Werkzeuge wie Claude besser geeignet.
Sind die Antworten von Perplexity verlässlich?
Die Quellenangaben machen Antworten überprüfbar, was ein Vorteil gegenüber Antworten ohne Belege ist. Trotzdem kann das Sprachmodell Quellen falsch zusammenfassen oder unpassende Quellen auswählen. Prüfen Sie bei wichtigen Entscheidungen die angegebenen Quellen selbst.
Welche Sprachmodelle nutzt Perplexity?
Perplexity setzt nach aktuellem Stand eigene Modelle und Modelle verschiedener Anbieter ein, darunter je nach Plan auch Modelle von Anthropic und OpenAI. Die Auswahl ändert sich regelmäßig. Perplexity ist damit kein Modellanbieter, sondern eine Anwendung auf Basis fremder und eigener Modelle.
Kann Perplexity Claude im Unternehmen ersetzen?
Für Recherchen ist Perplexity ein gutes Werkzeug, für die meisten übrigen Aufgaben nicht. Projekte mit Unternehmenswissen, lange Dokumentenarbeit, Automatisierung und Anbindung an eigene Systeme sind Stärken von Claude. Viele Unternehmen nutzen beides nebeneinander.