Gemini
Gemini ist die Bezeichnung für die KI-Modellfamilie von Google und zugleich für den darauf aufbauenden KI-Assistenten, der als eigenständige Anwendung und als Bestandteil von Google Workspace, Android und der Google-Suche verfügbar ist. Gemini verarbeitet Text, Bilder, Audio und Video und konkurriert direkt mit Claude von Anthropic und ChatGPT von OpenAI.
Auch bekannt als: Google Gemini, Gemini AI, Bard
Was ist Gemini?
Gemini ist die Bezeichnung für die KI-Modellfamilie von Google und zugleich für den darauf aufbauenden KI-Assistenten, der als eigenständige Anwendung und als Bestandteil von Google Workspace, Android und der Google-Suche verfügbar ist. Gemini verarbeitet Text, Bilder, Audio und Video und konkurriert direkt mit Claude von Anthropic und ChatGPT von OpenAI.
Google hat lange an der Forschung zu großen Sprachmodellen mitgewirkt. Die Transformer-Architektur, auf der alle heutigen Modelle beruhen, wurde 2017 von Google-Forschern veröffentlicht. Als Produkt kam Google jedoch erst 2023 mit dem Chatbot Bard auf den Markt, als Reaktion auf den Erfolg von ChatGPT. Anfang 2024 wurde Bard in Gemini umbenannt, und seither trägt sowohl das Modell als auch der Assistent diesen Namen.
Die Modellfamilie wird von Google DeepMind entwickelt und in mehreren Größen angeboten, von schnellen, günstigen Varianten bis zu leistungsstarken Modellen für anspruchsvolle Aufgaben. Wie bei anderen Anbietern ändern sich Versionsnummern und Bezeichnungen häufig, sodass hier keine konkrete Generation als aktuell benannt wird.
Funktionen und Verfügbarkeit
Der Gemini-Assistent bietet die üblichen Funktionen eines KI-Assistenten: Texte schreiben und überarbeiten, Fragen beantworten, Dokumente und Bilder analysieren, Code erstellen, Websuche mit Zugriff auf die Google-Suche, Bildgenerierung sowie Gems, also angepasste Assistenten mit festen Anweisungen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Verarbeitung verschiedener Medientypen in einem Modell, was Google als multimodale Fähigkeit hervorhebt.
Der größte Unterschied zu den Wettbewerbern liegt in der Verbreitung über das eigene Ökosystem. Gemini ist in Gmail, Google Docs, Sheets, Slides und Meet eingebunden, auf Android-Geräten als Assistent verfügbar und in der Google-Suche als Übersicht über Suchergebnisse präsent. Für Unternehmen, die Google Workspace nutzen, ist Gemini damit oft schon vorhanden, bevor eine bewusste Entscheidung getroffen wurde.
Für Entwickler stellt Google die Modelle über die Gemini API und über Google Cloud Vertex AI bereit. Über Vertex AI ist nach aktuellem Stand auch Claude verfügbar, sodass Google-Cloud-Kunden zwischen mehreren Modellanbietern wählen können.
Gemini im Vergleich zu Claude
Beide Assistenten decken dieselben Grundaufgaben ab. Gemini punktet mit der Integration in Google-Produkte, der Bildgenerierung und der direkten Anbindung an die Google-Suche. Claude setzt Schwerpunkte bei der Arbeit mit langen Dokumenten, bei agentischen Werkzeugen wie Claude Code und Claude Cowork und bei der Anbindung an Unternehmenssysteme über MCP. Anthropic richtet sich stärker an Unternehmen und Entwickler, Google an die Breite seiner Nutzerbasis.
Beim Datenschutz gelten für beide dieselben Grundfragen, da beide US-Anbieter sind. Google bietet für Workspace-Kunden Vertragsgrundlagen, die viele Unternehmen bereits kennen. Anthropic bietet Auftragsverarbeitungsverträge für Geschäftskunden. In beiden Fällen sollten Plan, Datennutzungseinstellungen und Verarbeitungsort geprüft werden, dieser Text ist keine Rechtsberatung.
Der Vergleich zwischen Claude und ChatGPT, der auf dieser Website im Eintrag Claude vs. ChatGPT ausführlich behandelt wird, lässt sich in seinen Kriterien auf Gemini übertragen: Aufgaben, Systemlandschaft, Datenschutz, Kosten. Die Frage nach dem besseren Modell ist auch hier weniger wichtig als die Frage nach dem passenden Werkzeug.
Praxisbeispiel aus dem Unternehmensalltag
Ein Handwerksbetrieb für Heizungs- und Sanitärtechnik mit 22 Mitarbeitenden arbeitet seit Jahren mit Google Workspace. Die Bürokraft nutzt Gemini in Gmail, um Kundenanfragen zusammenzufassen und Antworten vorzuformulieren, ohne dass jemand dafür etwas eingerichtet hätte. Das funktioniert für den Alltag gut.
Der Geschäftsführer möchte einen Schritt weitergehen: Aus Aufmaßprotokollen, Fotos und Notizen der Monteure sollen Angebote entstehen, die dem Aufbau der bisherigen Angebote folgen. Dafür testet er Claude mit einem Projekt, in dem Angebotsvorlagen, Preislisten und Formulierungsregeln hinterlegt sind, und bindet Google Drive über einen Konnektor an. Am Ende laufen beide Werkzeuge nebeneinander: Gemini für die schnellen Aufgaben im Postfach, Claude für die strukturierte Angebotserstellung. Die Entscheidung fiel nicht für einen Anbieter, sondern für die Aufgabe.
Bedeutung für kleine und mittelständische Unternehmen
Für KMU mit Google Workspace ist Gemini der naheliegende Einstieg, weil es bereits vorhanden ist und keine zusätzliche Einführung braucht. Das ist ein echter Vorteil, birgt aber das Risiko, dass die Nutzung ungeregelt beginnt. Auch hier gilt: Prüfen, welche Daten in welche Funktionen fließen, und eine interne Richtlinie festlegen.
Ob darüber hinaus ein spezialisiertes Werkzeug wie Claude sinnvoll ist, hängt von den Aufgaben ab. Bei umfangreichen Dokumenten, festen Tonalitätsvorgaben, Prozessautomatisierung und agentischer Arbeit lohnt der Vergleich. Die Seite Claude vs. ChatGPT beschreibt das Vorgehen für einen solchen Vergleich, das sich auf Gemini genauso anwenden lässt. In der Claude Beratung prüfen wir offen, ob Claude für Ihre Aufgaben die richtige Wahl ist, auch wenn Ihre Umgebung bei Google liegt.
Vorteile und Grenzen
Gemini ist breit verfügbar, tief in Google-Produkte integriert und durch die Anbindung an die Google-Suche bei aktuellen Informationen stark. Die Modelle sind leistungsfähig und in mehreren Preisstufen erhältlich.
Die Grenzen sind die aller Sprachmodelle: mögliche Fehler, Abhängigkeit von der Qualität der Prompts und Datenschutzfragen, die vertraglich zu klären sind. Hinzu kommt die enge Bindung an das Google-Ökosystem, die außerhalb davon weniger Vorteile bringt. Und wie bei allen Anbietern ändern sich Funktionen und Bezeichnungen so häufig, dass eine Person im Unternehmen den Überblick behalten sollte.