Claude Prompt
Ein Claude Prompt ist die in natürlicher Sprache formulierte Eingabe, mit der Sie dem KI-Assistenten Claude eine Aufgabe, Kontext und Vorgaben übermitteln. Je klarer Aufgabe, Kontext, Format und Grenzen beschrieben sind, desto brauchbarer fällt die Antwort aus.
Auch bekannt als: Prompt für Claude, Claude Anweisung, Claude Eingabe
Was ist ein Claude Prompt?
Ein Claude Prompt ist die in natürlicher Sprache formulierte Eingabe, mit der Sie dem KI-Assistenten Claude eine Aufgabe, Kontext und Vorgaben übermitteln. Je klarer Aufgabe, Kontext, Format und Grenzen beschrieben sind, desto brauchbarer fällt die Antwort aus.
Das Wort Prompt stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie Aufforderung oder Eingabeaufforderung. Im Zusammenhang mit Sprachmodellen bezeichnet es alles, was Sie dem Modell mitgeben: die Frage oder Aufgabe, Hintergrundinformationen, hochgeladene Dokumente, Beispiele und Regeln. Die systematische Arbeit an Prompts heißt Prompt Engineering.
Ein Prompt für Claude unterscheidet sich im Prinzip nicht von einem Prompt für andere Sprachmodelle. Es gibt aber Eigenheiten, auf die Claude erfahrungsgemäß besonders gut reagiert, und die lohnt es sich zu kennen, wenn man im Unternehmen täglich damit arbeitet.
Was einen Prompt speziell für Claude ausmacht
Claude ist darauf trainiert, Anweisungen genau zu befolgen und Kontext ernst zu nehmen. Das hat drei praktische Folgen. Erstens: Claude nutzt ausführlichen Kontext tatsächlich. Wer die Zielgruppe, den Zweck und die Rahmenbedingungen beschreibt, bekommt spürbar passendere Antworten als mit einer knappen Frage. Zweitens: Claude hält sich an Struktur. Ein Prompt, der Aufgabe, Kontext, Vorgaben und Beispiele in erkennbare Abschnitte gliedert, wird zuverlässiger umgesetzt als ein Fließtext, in dem alles vermischt ist. Drittens: Claude reagiert auf explizite Erlaubnisse und Grenzen. Sätze wie “Wenn Angaben fehlen, frage nach, statt zu raten” oder “Erfinde keine Zahlen” verändern das Verhalten messbar.
Zwei weitere Punkte: Claude arbeitet gut mit Rollenbeschreibungen, die Perspektive und Tonalität vorgeben. Und Claude verarbeitet lange Eingaben ohne Probleme, sodass Sie Dokumente, Vorlagen und Beispiele direkt in den Prompt legen können, statt sie zu beschreiben.
Aufbau eines guten Claude Prompts
Ein bewährter Aufbau besteht aus fünf Teilen, die nicht alle immer nötig sind, aber als Checkliste dienen:
- Rolle und Kontext: Wer soll Claude sein, für wen arbeitet es, worum geht es?
- Aufgabe: Was genau soll entstehen, mit welchem Ziel?
- Material: Welche Informationen, Dokumente oder Daten liegen vor?
- Vorgaben: Format, Länge, Sprache, Tonalität, Pflichtinhalte, Verbote
- Beispiele: Ein oder mehrere Muster, wie das Ergebnis aussehen soll
Ein einfacher Prompt für eine Kundenantwort könnte so aussehen:
Sie sind Kundenservice-Mitarbeiter eines Online-Händlers für Bürobedarf.
Ein Kunde beschwert sich, dass seine Lieferung zwei Tage zu spät kam
und ein Artikel beschädigt war.
Aufgabe: Schreiben Sie eine Antwort-E-Mail.
Vorgaben:
- Sie-Form, freundlich, sachlich, ohne Floskeln
- Entschuldigung für die Verspätung, Ersatz für den beschädigten Artikel anbieten
- Nach der Bestellnummer und einem Foto des Schadens fragen
- Maximal 120 Wörter
- Keine Rabatte oder Gutschriften versprechen
Kundennachricht:
[Text der Kundennachricht]
Für wiederkehrende Aufgaben lohnt sich ein ausführlicherer Prompt mit Beispiel, wie ihn das Few-Shot Prompting beschreibt:
Aufgabe: Ordnen Sie die folgende Kundenanfrage genau einer Kategorie zu
und geben Sie nur die Kategorie zurück.
Kategorien: Lieferung, Retoure, Rechnung, Produktfrage, Sonstiges
Beispiel 1:
Anfrage: "Wo bleibt mein Paket? Bestellt habe ich letzte Woche."
Kategorie: Lieferung
Beispiel 2:
Anfrage: "Kann ich die Rechnung auch auf meine Firma ausstellen lassen?"
Kategorie: Rechnung
Anfrage: "[neue Anfrage]"
Kategorie:
Der Unterschied zwischen Prompt, System Prompt und Projektanweisung
Im Alltag begegnen Ihnen drei Ebenen. Der Prompt ist die einzelne Eingabe im Gespräch. Der System Prompt ist eine übergeordnete Anweisung, die für ein ganzes Gespräch oder eine Anwendung gilt und über die API gesetzt wird. In der Chat-Oberfläche übernehmen die Projektanweisungen in Claude Projects diese Rolle.
Für die Praxis heißt das: Was in jedem Gespräch gleich ist (Rolle, Tonalität, Regeln), gehört in die Projektanweisung. Was sich von Fall zu Fall ändert (die konkrete Anfrage, das aktuelle Dokument), gehört in den Prompt. Wer beides sauber trennt, schreibt kürzere Prompts und bekommt gleichmäßigere Ergebnisse.
Praxisbeispiel aus dem Unternehmensalltag
Ein Sanitärbetrieb mit zwölf Mitarbeitenden bekommt Anfragen für Badsanierungen per E-Mail. Der Inhaber tippte bisher jede Antwort selbst. Gemeinsam mit seiner Büroleitung entwickelt er einen Prompt: Rolle des Betriebs, Ablauf eines Sanierungsprojekts, welche Angaben für ein Angebot nötig sind, Tonalität, ein Musterbeispiel einer guten Antwort.
Der Prompt wird als Projektanweisung hinterlegt. Die Büroleitung kopiert nun jede Anfrage hinein und erhält einen Antwortentwurf mit Rückfragen zu Badgröße, Zeitrahmen und Budget. Nach zwei Wochen wird der Prompt um einen Satz ergänzt, weil Claude zu oft Termine vorschlug, die der Betrieb nicht halten konnte. Seitdem passt es. Der Prompt ist ein lebendes Dokument, kein einmaliges Produkt.
Bedeutung für kleine und mittelständische Unternehmen
Für KMU ist der Prompt die wichtigste Stellschraube überhaupt. Das Modell ist für alle gleich, der Unterschied zwischen brauchbaren und unbrauchbaren Ergebnissen entsteht in der Anweisung. Mitarbeitende, die Aufgaben klar beschreiben können, holen aus demselben Werkzeug erfahrungsgemäß ein Vielfaches heraus.
Deshalb lohnt sich der Aufbau einer Prompt-Bibliothek: eine Sammlung erprobter Prompts für die häufigsten Aufgaben, die alle im Team nutzen und verbessern. In unserer Claude Schulung entwickeln Teilnehmer ihre ersten Prompts an echten Aufgaben, im Claude Workshop entsteht daraus eine Bibliothek für das ganze Unternehmen.