Claude richtig prompten: Praxisleitfaden für Mitarbeiter
Claude richtig prompten: Aufbau eines guten Prompts, typische Fehler, Vorher/Nachher-Beispiele, Iterieren, Projects, Halluzinationen und Prompt-Bibliothek.
Die meisten Mitarbeitenden, die Claude zum ersten Mal nutzen, schreiben Prompts wie Suchanfragen: “E-Mail an Kunden wegen Verzögerung”. Das Ergebnis ist eine allgemeine, austauschbare E-Mail, die niemand so verschicken würde. Die Schlussfolgerung “das Werkzeug taugt nichts” ist falsch. Der Prompt hat einfach nichts von dem enthalten, was ein guter Kollege gewusst hätte: wer der Kunde ist, warum es zu der Verzögerung kam, was wir anbieten, wie wir kommunizieren.
Dieser Leitfaden zeigt, wie ein guter Prompt aufgebaut ist, welche Fehler am häufigsten vorkommen und wie Sie Ergebnisse Schritt für Schritt verbessern. Er richtet sich an Mitarbeitende ohne technischen Hintergrund und eignet sich als Grundlage für eine interne Schulung. Alle Beispiele stammen aus dem Büroalltag.
Nach dem Lesen können Sie einen Prompt so formulieren, dass Claude beim ersten Versuch brauchbare Ergebnisse liefert, Sie wissen, wie Sie bei Abweichungen nachsteuern, und Sie kennen die Rolle von Projects und der Prompt-Bibliothek für das ganze Team.
Claude weiß nichts über Ihr Unternehmen, Ihre Kunden oder Ihre Gewohnheiten. Alles, was es über die Aufgabe weiß, steht im Prompt oder in den Dokumenten, die Sie mitgeben. Ein Prompt ist deshalb weniger eine Frage als ein Arbeitsauftrag an einen sehr fähigen, aber völlig neuen Kollegen.
Stellen Sie sich vor, ein neuer Mitarbeitender kommt am ersten Tag und Sie sagen: “Schreib eine E-Mail an den Kunden.” Er würde nachfragen: Welcher Kunde? Worum geht es? Was soll die E-Mail erreichen? Wie förmlich? Claude fragt seltener nach, sondern füllt Lücken mit Annahmen. Diese Annahmen sind der Grund für die meisten schlechten Ergebnisse.
Die gute Nachricht: Mit einer festen Struktur wird das Prompten zur Routine. Sie müssen keine Technik lernen, sondern nur die Gewohnheit entwickeln, alle Informationen mitzugeben, die Sie einem Kollegen auch geben würden.
Aufbau eines guten Prompts in sechs Bausteinen
Nicht jeder Prompt braucht alle sechs Bausteine. Für eine kurze Übersetzung reicht ein Satz. Für alles, was nach außen geht oder Ihre Zeit spart, lohnt sich die vollständige Struktur.
Baustein 1: Rolle
Sagen Sie Claude, aus welcher Perspektive es arbeiten soll. Das steuert Wortwahl, Detailtiefe und Fokus. “Du bist Kundenservice-Mitarbeiter eines Heizungsbauers” führt zu anderen Ergebnissen als “Du bist Marketingtexter”.
Baustein 2: Kontext
Beschreiben Sie die Situation: Wer ist der Empfänger, was ist vorher passiert, was ist das Ziel, welche Rahmenbedingungen gelten. Der Kontext ist der Baustein, der am häufigsten fehlt und am meisten ausmacht.
Baustein 3: Aufgabe
Formulieren Sie präzise, was entstehen soll. “Schreibe eine Antwort” ist zu vage. “Schreibe eine Antwort, die den neuen Liefertermin nennt, sich kurz entschuldigt und einen Rabattgutschein von 10 Euro anbietet” ist eine Aufgabe.
Baustein 4: Format
Legen Sie fest, wie das Ergebnis aussehen soll: Länge, Struktur, Tabelle oder Fließtext, Sie- oder Du-Form, Anrede, Betreff. Ohne Formatangabe wählt Claude selbst, und das passt selten zu Ihren Gewohnheiten.
Baustein 5: Beispiele
Wenn Sie ein gutes Beispiel haben, geben Sie es mit. Ein Musterangebot, eine gelungene E-Mail, ein Protokoll im gewünschten Format. Claude orientiert sich sehr stark an Beispielen, oft stärker als an Beschreibungen. Diese Technik heißt Few-Shot-Prompting.
Baustein 6: Einschränkungen
Sagen Sie, was Claude nicht tun soll: keine Floskeln, keine Aufzählungen, keine Versprechen zu Lieferzeiten, keine Erfindungen. Und: “Wenn dir Informationen fehlen, frage nach, statt zu raten.”
Vorher und Nachher: Drei Beispiele aus dem Büroalltag
Beispiel 1: Kundenmail bei Lieferverzögerung
Vorher:
Schreib eine E-Mail an den Kunden, dass sich die Lieferung verzögert.
Das Ergebnis ist eine allgemeine Entschuldigung ohne Termin, ohne Grund, ohne Angebot, mit Formulierungen wie “Wir bedauern die Unannehmlichkeiten zutiefst”.
Nachher:
Du bist Mitarbeiter im Kundenservice eines Möbelherstellers.
Kontext: Kunde Herr Weber hat am 3. September einen Esstisch bestellt,
zugesagter Liefertermin war der 20. September. Wegen eines
Lieferengpasses beim Holz verschiebt sich der Termin auf den
4. Oktober. Herr Weber ist Bestandskunde und hat noch nie reklamiert.
Aufgabe: Schreibe eine E-Mail, die den neuen Termin klar nennt,
den Grund in einem Satz erklärt, sich einmal kurz entschuldigt
und als Ausgleich eine kostenlose Lieferung bis zur Wohnung anbietet.
Format: Betreff, Anrede "Sehr geehrter Herr Weber", maximal 120
Wörter, Sie-Form, Grußformel "Freundliche Grüße aus Hamburg".
Einschränkungen: Keine Floskeln wie "Unannehmlichkeiten", keine
mehrfachen Entschuldigungen, keine Versprechen über den 4. Oktober
hinaus.
Das Ergebnis ist eine E-Mail, die Sie nach kurzer Prüfung versenden können.
Beispiel 2: Zusammenfassung eines Dokuments
Vorher:
Fass das zusammen.
Claude erstellt eine allgemeine Zusammenfassung, die für Ihren Zweck vielleicht zu lang, zu kurz oder mit falschem Schwerpunkt ist.
Nachher:
Ich bin Geschäftsführer eines Handelsunternehmens und muss morgen
entscheiden, ob wir den beigefügten Rahmenvertrag unterschreiben.
Fasse den Vertrag so zusammen, dass ich in fünf Minuten die
wichtigsten Punkte kenne:
1. Laufzeit und Kündigungsfristen
2. Preisanpassungsklauseln
3. Haftung und Gewährleistung
4. Alles, was ungewöhnlich ist oder zu unseren Lasten geht
Format: Vier Abschnitte mit den obigen Überschriften, je maximal
fünf Sätze. Nenne bei jedem Punkt den Paragrafen. Wenn etwas im
Vertrag nicht geregelt ist, schreibe das ausdrücklich.
Beispiel 3: Stellenanzeige
Vorher:
Schreib eine Stellenanzeige für einen Buchhalter.
Nachher:
Du bist Personalreferent eines Steuerbüros mit 25 Mitarbeitenden
in Lüneburg.
Kontext: Wir suchen einen Finanzbuchhalter (m/w/d) in Vollzeit,
Schwerpunkt Mandantenbuchhaltung mit DATEV. Wir bieten flexible
Arbeitszeiten, zwei Tage Homeoffice und ein kleines Team ohne
Hierarchien. Unser Ton ist freundlich und direkt, nicht förmlich.
Aufgabe: Schreibe eine Stellenanzeige, die ehrlich beschreibt, was
die Person täglich tut, und drei konkrete Gründe nennt, warum man
zu uns kommen sollte.
Format: Überschrift, kurzer Einstieg, "Ihre Aufgaben" (5 Punkte),
"Das bringen Sie mit" (4 Punkte), "Das bieten wir" (4 Punkte),
Abschluss mit Aufforderung zur Bewerbung. Maximal 300 Wörter.
Einschränkungen: Keine Phrasen wie "dynamisches Team" oder
"spannende Herausforderungen". Keine Anforderungen erfinden,
die ich nicht genannt habe.
Die häufigsten Fehler beim Prompten
Aus Schulungen und dem eigenen Alltag lassen sich sechs Fehler benennen, die fast jeder am Anfang macht.
Fehler 1: Zu wenig Kontext
Der häufigste Fehler. Claude weiß nicht, wer der Kunde ist, was das Unternehmen macht oder was vorher passiert ist. Geben Sie alles mit, was ein Kollege wissen müsste.
Fehler 2: Mehrere Aufgaben in einem Prompt
“Fass das zusammen, übersetze es ins Englische und schreib eine Antwort” führt oft dazu, dass eine der drei Aufgaben unsauber erledigt wird. Teilen Sie komplexe Aufträge in Schritte auf.
Fehler 3: Kein Format vorgegeben
Ohne Formatangabe entstehen Texte mit vielen Überschriften und Aufzählungen, die nach KI aussehen. Sagen Sie, wie das Ergebnis aussehen soll.
Fehler 4: Beim ersten Ergebnis aufhören
Das erste Ergebnis ist ein Entwurf. Wer es entweder übernimmt oder verwirft, verschenkt das eigentliche Potenzial: das Nachsteuern.
Fehler 5: Ergebnisse ungeprüft übernehmen
Claude kann Fakten, Zahlen und Quellen erfinden. Jedes Ergebnis wird geprüft, bevor es verwendet wird, ohne Ausnahme.
Fehler 6: Sensible Daten ohne Regel eingeben
Personenbezogene Daten, Gehälter, Gesundheitsdaten oder Geschäftsgeheimnisse gehören nur nach den Regeln Ihres Unternehmens in einen Prompt. Im Zweifel anonymisieren oder nachfragen.
Ein siebter Punkt betrifft weniger den Prompt als die Erwartung: Claude ist kein Suchwerkzeug für aktuelle Fakten, sondern ein Werkzeug für Text, Struktur und Analyse. Wer aktuelle Zahlen, Preise oder Nachrichten braucht, nutzt die Websuche oder gibt die Fakten selbst in den Prompt. Was das im Alltag bedeutet, beschreibt der Abschnitt zu Halluzinationen weiter unten. Eine Übersicht typischer Aufgaben, bei denen gutes Prompten den Unterschied macht, finden Sie in den 25 Use Cases für KMU.
Iterieren: Wie Sie ein Ergebnis Schritt für Schritt verbessern
Ein Prompt ist kein Einmalauftrag, sondern der Beginn eines Gesprächs. Die besten Ergebnisse entstehen in zwei bis vier Runden. Nach dem ersten Entwurf steuern Sie gezielt nach, ohne alles neu zu formulieren.
Beispiele für Nachsteuerungen:
- “Kürze auf die Hälfte, behalte den Liefertermin und das Angebot.”
- “Der zweite Absatz klingt zu förmlich. Formuliere ihn so, wie man es einem langjährigen Kunden schreibt.”
- “Ersetze alle Aufzählungen durch Fließtext.”
- “Mach daraus drei Varianten: eine sachliche, eine herzliche, eine sehr kurze.”
- “Welche Informationen fehlen dir, um das besser zu machen?”
Die letzte Frage ist unterschätzt. Claude nennt dann konkret, was es gebraucht hätte, und Sie lernen, was beim nächsten Mal in den Prompt gehört.
Ein bewährter Ablauf für Texte, die nach außen gehen: Erste Runde mit vollständigem Prompt, zweite Runde mit konkreter Korrektur an Ton oder Länge, dritte Runde mit der Bitte um zwei Varianten des schwächsten Absatzes. Danach übernehmen Sie den Text und passen die letzten Details selbst an. Das dauert insgesamt wenige Minuten und liefert erfahrungsgemäß bessere Ergebnisse als zehn Minuten Feilen am ersten Prompt.
Was beim Iterieren nicht hilft: vage Kritik wie “Das gefällt mir nicht” oder “Mach es besser”. Claude weiß dann nicht, was gemeint ist, und ändert oft die falschen Stellen. Sagen Sie, was genau stört und was stattdessen gewünscht ist.
Ein Hinweis zur Chatlänge: Sehr lange Unterhaltungen mit vielen Themenwechseln verschlechtern die Ergebnisse, weil ältere Anweisungen mit neuen kollidieren. Für eine neue Aufgabe starten Sie einen neuen Chat.
Projects und System Prompts: Kontext dauerhaft hinterlegen
Wenn Sie feststellen, dass Sie in jedem Prompt dieselben Dinge schreiben, etwa die Beschreibung Ihres Unternehmens, die Tonalität und die Formatregeln, dann ist das ein Zeichen für ein Project. Claude Projects sind Arbeitsbereiche, in denen Sie Anweisungen und Dokumente einmal hinterlegen. Sie gelten dann für alle Unterhaltungen in diesem Bereich.
Die Projektanweisung funktioniert wie ein System Prompt: Sie legt Rolle, Kontext, Format und Einschränkungen fest, bevor der erste Prompt kommt. Ein Beispiel für ein Project “Kundenservice”:
Du bist Mitarbeiter im Kundenservice der Firma Beispiel GmbH,
einem Hersteller von Gartenmöbeln. Du antwortest auf Kundenanfragen.
Regeln:
- Sie-Form, freundlich, direkt, keine Floskeln
- Maximal 150 Wörter pro Antwort
- Nenne immer den nächsten konkreten Schritt
- Keine Zusagen zu Lieferterminen, die nicht im Kontext stehen
- Bei Reklamationen: Verständnis zeigen, einmal entschuldigen, Lösung anbieten
- Grußformel: "Freundliche Grüße, Ihr Team der Beispiel GmbH"
Nutze die hochgeladenen Dokumente (Produktkatalog, Garantiebedingungen,
Versandinformationen) als Wissensgrundlage. Wenn eine Frage damit nicht
beantwortet werden kann, schreibe das und schlage vor, an wen die
Anfrage weitergeleitet werden sollte.
Mit diesem Project reicht als Prompt die Kundenanfrage selbst. Der Rest ist hinterlegt. Für das ganze Team bedeutet das gleichbleibende Qualität, unabhängig davon, wer gerade schreibt. Wie Sie Projects aufbauen und pflegen, beschreibt der Artikel Claude Projects im Unternehmen.
Umgang mit Halluzinationen
Eine Halluzination ist eine Aussage, die plausibel klingt, aber falsch ist: eine erfundene Zahl, ein nicht existierender Paragraf, ein falsch zitiertes Urteil, eine ausgedachte Quelle. Claude produziert solche Aussagen seltener als frühere Modelle, aber sie kommen vor, besonders bei Fragen, zu denen wenig Information vorliegt.
Drei Praxisregeln helfen:
- Geben Sie die Grundlage mit. Wenn Claude aus einem hochgeladenen Dokument arbeitet, statt aus dem Gedächtnis, sinkt das Risiko deutlich. “Beantworte nur auf Basis des beigefügten Dokuments” ist ein wirksamer Zusatz.
- Verlangen Sie Kennzeichnung. “Wenn du dir nicht sicher bist oder die Information nicht im Dokument steht, schreibe das ausdrücklich” führt dazu, dass Claude Unsicherheit benennt statt zu raten.
- Prüfen Sie Zahlen, Namen, Daten, Paragrafen und Quellen grundsätzlich. Alles, was überprüfbar ist, wird überprüft. Das gilt besonders für Inhalte, die nach außen gehen oder Entscheidungen beeinflussen.
Für Recherchen mit Quellenangaben ist die Websuche von Claude oder ein Werkzeug wie Perplexity sinnvoll. Aber auch dort gilt: Die Quelle wird geöffnet und gelesen, nicht nur zitiert.
Eine Prompt-Bibliothek für das Team aufbauen
Gute Prompts sind Arbeitsergebnisse, die sich lohnen zu sichern. Eine Prompt-Bibliothek ist eine Sammlung bewährter Prompts, die alle im Team nutzen können. Sie senkt die Einstiegshürde, weil niemand mehr vor der leeren Eingabezeile sitzt, und sie sorgt für gleichbleibende Qualität.
So bauen Sie die Bibliothek auf
- Sammeln Sie die zehn häufigsten Aufgaben, für die Claude genutzt wird
- Formulieren Sie für jede einen Prompt nach dem Sechs-Bausteine-Schema mit Platzhaltern in eckigen Klammern
- Legen Sie die Bibliothek dort ab, wo das Team ohnehin arbeitet: im Wiki, in Teams, in einem geteilten Dokument
- Benennen Sie eine Person, die neue Prompts aufnimmt und veraltete entfernt
- Ergänzen Sie zu jedem Prompt einen Satz, wofür er gedacht ist und was er nicht kann
Beispiel für einen Eintrag
Titel: Protokoll aus Besprechungsnotizen
Zweck: Erstellt aus Stichpunkten ein Protokoll im Unternehmensformat
Prompt:
Erstelle aus den folgenden Notizen ein Besprechungsprotokoll.
Format: Teilnehmende, Themen (je 2 bis 3 Sätze), Entscheidungen,
Aufgaben als Tabelle mit Aufgabe, Verantwortlich, Frist.
Erfinde nichts. Fehlende Angaben als "offen" kennzeichnen.
Notizen: [NOTIZEN EINFÜGEN]
Hinweis: Bei Transkripten über 30 Minuten vorher grob kürzen.
Die Bibliothek wächst mit der Nutzung. Wichtig ist, dass sie gepflegt bleibt: Ein Prompt, der seit Monaten niemand nutzt, wird gestrichen, ein Prompt, den alle abwandeln, wird überarbeitet. Erfahrungsgemäß sind nach drei Monaten 20 bis 30 Prompts im Einsatz, und das Team hat ein gemeinsames Verständnis davon, was guter Kontext ist. Für die Einführung im Unternehmen, inklusive Prompt-Bibliothek und Schulung, gibt es unter Claude Schulung und Claude Workshop passende Formate. Was eine Schulung insgesamt leisten sollte, beschreibt der Artikel KI-Schulungen für Mitarbeiter.
Kurzcheckliste vor dem Absenden
- Weiß Claude, in welcher Rolle es arbeitet?
- Steht der Kontext drin: Empfänger, Situation, Ziel?
- Ist die Aufgabe konkret formuliert?
- Ist das Format festgelegt: Länge, Struktur, Anrede?
- Gibt es ein Beispiel, an dem sich Claude orientieren kann?
- Sind Einschränkungen genannt: Was soll vermieden werden?
- Enthält der Prompt keine Daten, die nach der Unternehmensregel nicht hinein dürfen?
Wer diese sieben Fragen im Kopf hat, schreibt nach kurzer Zeit automatisch bessere Prompts. Das Ziel ist nicht Perfektion, sondern die Gewohnheit, Claude so zu briefen wie einen fähigen neuen Kollegen.
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Prompt für Claude sein?
So lang wie nötig, um Rolle, Kontext, Aufgabe, Format und Einschränkungen zu vermitteln. Für einfache Aufgaben reicht ein Satz, für Texte, die nach außen gehen, sind 100 bis 200 Wörter normal. Länge ist kein Problem, fehlender Kontext schon.
Sollte ich Claude mit Du oder Sie ansprechen?
Das ist für das Ergebnis unerheblich. Wichtig ist, dass Sie festlegen, in welcher Form Claude den Empfänger des Textes ansprechen soll, etwa “Sie-Form gegenüber dem Kunden”.
Was mache ich, wenn das Ergebnis nicht passt?
Nachsteuern statt neu beginnen. Sagen Sie konkret, was sich ändern soll: kürzer, förmlicher, andere Struktur, anderer Schwerpunkt. Fragen Sie auch, welche Informationen Claude gefehlt haben. In der Regel passt das Ergebnis nach zwei bis drei Runden.
Wie erkenne ich, ob Claude etwas erfunden hat?
Prüfen Sie alle überprüfbaren Angaben: Zahlen, Namen, Daten, Paragrafen, Quellen. Lassen Sie Claude aus Dokumenten arbeiten statt aus dem Gedächtnis und fordern Sie Kennzeichnung von Unsicherheit. Bei wichtigen Inhalten hilft die Gegenfrage “Woher stammt diese Information?”.
Brauche ich für gute Prompts technisches Wissen?
Nein. Gutes Prompten ist eine Frage der klaren Kommunikation, nicht der Technik. Wer einem neuen Kollegen eine Aufgabe erklären kann, kann auch Claude gut briefen. Die Struktur aus Rolle, Kontext, Aufgabe, Format, Beispielen und Einschränkungen hilft dabei.
Was ist der Unterschied zwischen einem Prompt und einer Projektanweisung?
Der Prompt ist die konkrete Anfrage in einem Chat. Die Projektanweisung gilt dauerhaft für alle Chats in einem Project und enthält, was sich nicht ändert: Rolle, Tonalität, Regeln, Formate. Alles, was Sie ständig wiederholen, gehört in die Projektanweisung.